Chronik bis 3. Juni

Nach längerer Zeit wieder ein „Update“ unserer Arbeit und der des Martin-Klubs mit einer erweiterten Chronik bis Anfang Juni. Seit Beginn des Krieges konnte der Martin-Klub 1.230 Familien mit etwa 900 Kindern unterstützen. Nach wie vor sind wir dringend auf Spenden angwiesen, um insbesondere in der Ukraine vor Ort Hilfen zu finanzieren. Vielen Dank für ihre Unterstützung!

Sichere Unterkunft in Deutschland und Hilfe vor Ort

In den letzten Wochen haben wir unsere Arbeit komplett auf die neuen Anforderungen umgestellt. Bisher haben wir vor allem die sozialen und pädagogischen Projekte des Martin-Klubs unterstützt. Mit dem Wegfall sonstiger Geldgeber sind wir nunmehr aber Hauptgeldgeber und ermöglichen die Aufrechterhaltung der Strukturen vor Ort. Dank des Martin-Klubs kann einer Vielzahl an Menschen in der Ukraine geholfen werden, die tagtäglich auf der Flucht in Dnipro Halt machen. Die Berichte, welche wir aus den besetzten Gebieten erhalten, sind erschütternd. Die Menschen haben alles verloren und sind überaus dankbar, für die schnelle und unkomplizierte Hilfe der Mitarbeitenden des Martin-Klubs. Diese sind nach wie vor in Dnipro und anderen Standorten aktiv.

Dank unserer Hilfe wohnen mittlerweile mehr als hundert Personen, Mütter mit Kindern, in unserem unmittelbaren privaten Umfeld und bei weiteren Gastfamilien, auch eingerichtet mit dem Nötigsten.

Mit unserer Unterstützung haben sich Bürgerbewegungen zur Aufnahme und Erstbetreuung gebildet: Wir helfen und finden Helfer für Anmeldungen bei verschiedensten Ämtern, für nötige Übersetzungsleistungen vor Ort und für Dokumente. Wir suchen die passenden Schulen für die jeweiligen Kinder und helfen bereits, Sprachkurse zu belegen oder neu aus dem Boden zu stampfen. Wenn zwischendurch für etwas Geld gebraucht wird, welches nicht durch öffentliche Kassen abgedeckt wird, dann können wir diese Lücke füllen!

Die größten Summen Ihrer Spenden gehen jedoch direkt nach Dnipro, in die östliche Ukraine. Hier haben wir bisher ein kleines Kinderheim und die Sozialarbeit des dortigen Martin-Klubs für vorübergehend bedürftige Kinder und Mütter unterstützt. Die meisten MitarbeiterInnen sind in Dnipro geblieben, 2 ehemalige Zöglinge sind zum Martin-Klub dazugestoßen, auch Männer von geflüchteten Familien. Der Martin-Klub leistet jetzt, wie schon 2014 im Krieg um Donezk, intensive direkte Fluchthilfe für durchreisende Flüchtlinge: Sie organisieren ihnen Übernachtungen, Essenausgaben, Baby-Versorgung (in ihren eigenen Räumlichkeiten, in Kirchen, im Kinderheim).

Unsere Arbeit und der Mittelfluss gliedern sich seit Kriegsbeginn in fünf Bereiche:

Geld für Martin-Klub Gehälter
Geld für Martin-Klub Investitionen (Autos + Technik)
Geld für Martin-Klub für humanitäre Hilfe
Geld direkt von Julenka e.V. für Evakuierung & humanitäre Hilfe
ehrenamtliche Flüchtlingshilfe von Julenka e.V. in Deutschland

Ohne die Vielzahl neuer Spender und das damit verbundene hohe Spendenaufkommen, wären diese Aktivitäten nur sehr viel eingeschränkter möglich. Daher an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender für die finanzielle Unterstützung!

Chronik 24. Februar bis 09. März

Seit dem 24. Februar stehen die Telefone der Vorstandsmitglieder kaum noch still. Viele hunderte Gespräche wurden geführt, Kontakte vermittelt und kurzfristige Hilfen organisiert. Wir können nicht mehr alles dokumentieren, aber dennoch einen kleinen Einblick in unsere aktuelle (ehrenamtliche) Arbeit geben.

Do 24. Febr.Zoom-Konferenz Julenka-Mitglieder
Fr 25. Febr.Spendenaufruf auf der Web-Seite veröffentlicht.
 Paypal und Betterplace für Spendeneingänge eröffnet, Ziel je 8.000 €.

Bei Paypal wird das Ziel bereits nach wenigen Tagen am Mo 28. Febr überschritten werden. Julenka beschließt, den möglichen Spenden-Sammelzeitraum bis Ende März zu nutzen. Dank an alle bisherigen Spender!
Bei Betterplace wird am Mo 7. März nach Eingang von 8.005 € geschlossen werden, nachdem 29 Spender direkt auf unseren Aufruf hin 5.005 € und Betterplace uns aus dort allgemein eingehenden Spenden 3.500 € überwiesen haben. Seit dem 10. März sammeln wir dort wieder neu.
Sa 26. FebrHanna erstellt Unterkunfts-Liste aus unseren Umfeldern.
Sa 26. Febr.Hagen fährt mit Joanna an die ukrainische Grenze, um Denis mit Familie abzuholen, nimmt Hilfsgüter seiner Nachbarn mit und von unterwegs.
So 27. Febr.Hagen und Joanna helfen So 27. Febr. bis Mi. 2. März in der Wartezeit an der Grenze Flüchtlingen, sammeln und vermitteln Kontakte, später vernetzt auch in Dt. und in angrenzenden Nachbarstaaten der Ukraine. Sie bringen zwischenzeitlich eine Familie nach Warschau.
Mo. 28. Febr.Spendenziel bei Paypal erreicht. Wir sammeln weiter!
ab Mo 28. Febr.Ab heute Recherchen zu Flüchtlings-Status, Aufenthaltsrecht und Sozial-Leistungen .
ab Mo 28. Febr.Es mehren sich Anfragen, wo am besten bereitstehende Transporte mit Hilfslieferungen angenommen werden und Flüchtlinge zurück mitgenommen werden können.
Di 1. MärzEin Hamburger e.V. holte sich bei uns Beratung für die Organisation von Flüchtlings-Transporten. Heute treffen die ersten 7 in Berlin ein, am Do weitere 10, weitere sind in Planung.
 Beratung von Sammelstelle, wo gesammelte Baby-Ausrüstung hingeschickt werden soll.
 Zoom-Konferenz Julenka-Mitglieder
 Julenka beschließt Soforthilfen für MK-Mitarbeiter.
 Julenka beschließt die Unterstützung von Tina, die als Flüchtlings-Koordinatorin dann noch weiterhin bis So an der Grenze zu Polen bleibt
Mi 2. MärzHagen bringt Ira, die für den MK gearbeitet hat, mit ihrer Tochter sowie Vikas Sohn und Mutter nach Berlin zu Erika. Erstere werden bei Erika wohnen und in allen Belangen betreut werden. Letztere fahren am Do. weiter nach Köln.
Do 3. MärzAndré holt Do/Fr 3 Flüchtlinge aus Lubmin ab.
 Erstellung einer Liste für Flüchtlinge/Unterkünfte/Fahrer.
 Zoom-Konferenz Julenka-Mitglieder
Do 4. MärzJulenka beschließt eine bedarfsorientierte Unterstützung ankommender und durch Julenka betreuter Flüchtlinge bis zur Zahlung öffentlicher Gelder.
Fr 4. MärzMit unserer Hilfe werden 2 Bus-Transporte organisiert. Erste aktive Überlegungen, welche Quartiere zuerst belegt werden.
 Hagen berät SPRK, eine Lieferkette für gemeinnützige Org. und NGO`s, wie Transporte zu den Flüchtlingen kommen können.
 Julenka beschließt die Erstattung von Auslagen von Leuten bei der Abholung von Flüchtlingen von der Grenze und der Kosten, die bei ihr und vorerst Sergej durch ihre Gäste entstehen.
Sa 5. MärzIn Hannas Umfeld fährt ein Bus los, um 40 Flüchtlinge zu bergen. Unterkunft und Startfinanzierung ist durch die Stadt Vechta und eine Vielzahl Ehreanmtlicher gesichert.
 Matthias holt sieben Leute aus Prag ab.
So 6. MärzHanna startet Aufruf zur Möbelspende für ein gegenwärtig leer stehendes Haus in ihrer Nachbarschaft. Am Abend haben es Freiwllige mit Spenden bezugsfertig möbliert.
 Zoom-Konferenz Julenka-Mitglieder
 Das kleinere MK-Auto hat unreparierbaren Schaden. Julenka beschließt ein gebrauchtes Ersatz-Auto zu finanzieren für weitere Ukraine-interne Flüchtlingstransporte und weitere Nutzung durch den MK in Dnipro.
Mo 7. MärzMaria stellt ihre Berliner Wohnung für Flüchtlinge zur Verfügung. Eine Familie wird zeitnah dort einziehen: schwangere Frau + Kind 6J. + Mutter (3 Pers.).
 Matthias und Diana holen Mo-Mi 2 Leute in 1.500 km Entfernung an der slowakisch-ukrainischen Grenze ab, nehmen 2 Rentner mit nach Prag.
Di 8. MärzHagen vermittelt 2 Familien für Arbeit mit Kost und Logis in Österreich. Weitere Optionen sind bekannt.
Mi 9. MärzFlüchtunterstützungshilfe an eine Erzieherin des Martin-Klubs und ihrer Familie.

Was passiert mit den Spenden?

Wir arbeiten gerade auf verschiedensten Wegen, um so schnell und unbürokratisch wie möglich zu helfen. Beispielsweise erhalten die Mitglieder des Martin-Klubs Geld, um für sich und ihre Familien Lebensmittel zu kaufen oder zur Grenze zu gelangen. Menschen mit Autos und Bussen bieten uns ihre Hilfe an. Wir unterstützen mit Geld für Benzin. Auch sind wir teilweise selbst mit Autos unterwegs. Wir koordinieren Wohnungen und Unterkünfte für in Deutschland angekommene Ukrainer und unterstützen sie mit Geld und Hilfe beim Gang zu Behörden.

Heute kamen nach zweitägiger Fahrt und Wartezeit endlich erste Angehörige des Martin-Klubs über die ukrainisch-slowakische Grenze. Unser Vorstandsvorsitzender Hagen traf sie dort. Aktuell wartet er noch auf die hoffentlich erfolgreiche Grenzüberquerung einer weiteren Familie. Mittlerweile ist er vor Ort gut vernetzt und kann die Wartezeiten sehr sinvoll nutzen, sei es mit kleineren Taxifahrten für weitere Hilfssuchende oder zahlreichen Telefonaten zur Koordinierung und Lenkung der vielen Hilfsangebote.

Wir sind allen dankbar, die uns Mails schreiben und uns Hilfe anbieten. Wir versuchen so schnell wie möglich zu antworten, Informationen zu geben oder diese weiterzuleiten.

Auf dem Weg zur Grenze

Auf dem Weg zur Grenze

Der Weg zur ukrainischen Grenze ist fast geschafft. Unsere Freunde sind teilweise schon angekommen, aber es gibt kilometerlange Schlangen und viele Kontrollen. Unser Vorstandsvorsitzender Hagen ist mit Sachspenden aus Berlin unterwegs und in Ustrzyki Dolne (Polen) angekommen. Er konnte dort weitere Schlafsäcke, Decken und Medikamente aufnehmen, welche von Warschauern gependet wurden, um sie an der Grenze weiter an Bedürftige zu verteilen. Er wird vor Ort weitere Transporte organisieren. Es gibt viele Helfer, aber die Grenzen sind im Moment dicht und es kommen gegenwärtig nur wenige Menschen durch. Daher stellen sich gegenwärtig alle auf lange Wartezeiten ein.