10 Jahre Julenka e.V. – Teil 4: Entwicklung – Ziele für die Zukunft

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 4: Entwicklung – Ziele für die Zukunft

Ziele für die Zukunft

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Wir selbst sind überrascht von den Veränderungen und Entwicklungen innerhalb von 10 Jahren, die auch zu einer teilweisen Verschiebung des Aufgabenschwerpunktes des MKs geführt haben. 

Durch die Arbeit von Vereinen wie dem MK haben obdachlose Kinder mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen und öffentliche soziale Dienste wurden für sie aufgebaut.  

Weiterhin ohne Unterstützung sind jedoch junge alleinerziehende Mütter und Opfer häuslicher Gewalt. Besonders die letzte Gruppe ist im Corona-Jahr nochmal gewachsen und zu einem neuen Schwerpunkt-Thema geworden. 

Einerseits möchte sich der MK verstärkt direkt um diese Frauen kümmern, andererseits über das gewonnene Netzwerk sozialer Vereine ein Umdenken in Gesellschaft und Politik erreichen, wie es schon im Umgang mit obdachlosen Kindern gelungen ist. Die Gesellschaft soll nicht länger wegschauen, die öffentlichen Organe dem wirklichen Bedarf an Schutzräumen und Betreuung Betroffener gerecht werden, und Täter zur Rechenschaft gezogen werden. 

Diese Vision wollen wir mittragen. Neben der Fortführung der laufenden Unterstützung des MK in Dnipro und des Kinderdorfes in Makeevka haben wir zwei zentrale Ziele:  

Erstens planen wir kurzfristig (innerhalb der nächsten 6 – 18 Monate) mindestens eine weitere Vollzeitstelle im MK zu finanzieren, um die finanzielle Unabhängigkeit z.B. von EU-Projekten und die Kommunikation nach außen (Social Media, TV, Radio…) sicherzustellen. Bisher konzentrieren sich diese Tätigkeiten auf Viktoria, die nicht nur den MK leitet, sondern auch innerhalb des Vereinsnetzwerkes der zentrale Knotenpunkt ist. 

Zweitens möchten wir wieder Rücklagen aufbauen, um im Notfall den MK für einige Monate stärker stützen zu können, wie es bereits 2014 notwendig wurde. 

Wir hoffen, Sie mit unserer Begeisterung für die Nachhaltigkeit der Arbeit des Martin-Klub angesteckt zu haben. Wir würden uns sehr freuen, Sie als Spender zu behalten oder neu zu gewinnen. Sie dürfen aber auch einfach von Julenka e.V. weitererzählen.

Unser kleiner Verein lebt von Vertrauen, davon und dadurch, dass wir alle Akteure des Martin-Klubs persönlich kennen, immer wieder treffen, auch vor Ort in ihren Räumlichkeiten mit ihren Schützlingen. Die meisten unserer Sponsoren kennen mindestens einen von uns persönlich, wissen um unser persönliches Engagement – und, dass jeder Cent ihrer Spenden direkt in der Ukraine ankommt.

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 3: Entwicklung – Ostukraine-Krieg und Dnipro

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 3: Entwicklung – Ostukraine-Krieg und Dnipro

Entwicklung – Ostukraine-Krieg und Dnipro 

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Im Jahr 2014 brach Krieg in der Ostukraine aus – und führte zu einer Spaltung des Martin-Klubs. Einige Mitglieder flohen mit ihren Familien und den vielen Schützlingen aus dem Kinderdorf nach Dnipro, zwei andere verschlug es nach Kiew und Lwiw. Zwei Mitarbeiterinnen blieben in Makeevka, von denen eine bis heute das ehemalige Kinderdorf mit den derzeitigen Bewohnern betreut und weiterhin ausschließlich von Julenka unterstützt wird. Somit verließ der MK nicht nur seine Heimat & Häuser, sondern verlor auch wichtige helfende Hände, engagierte Herzen und kreative Köpfe. 

Das neue Haus „Rukawitschka“ bei Dnipro (2016)

Julenka half beim Wiederaufbau, so z.B. beim Kauf des neuen Hauses „Rukawitschka“ (Fäustling – Behütung der Schützlinge) in Orlovschina nahe Dnipro. Damit konnte die ursprüngliche Idee, Menschen in Not zu helfen, dort weitergeführt werden. Dem MK mit dem Stempel „Ostukraine“ gelang es in Dnipro jedoch kaum noch, EU-Förderprojekte für seine Kernthemen zu gewinnen.  Auch dieses finanzielle Loch hat Julenka Stück für Stück gestopft, so dass Julenka nun eine tragende Rolle in der Finanzierung des MK spielt.

Mitarbeiter:innen der Martin-Klubs zu Besuch in Berlin (2017)

Der Martin-Klub gab uns zu verstehen, dass wir in diesen schwierigen Zeiten neben der finanziellen vor allem auch eine moralische und seelische Stütze waren, ohne die es den MK wohl nicht mehr geben würde.

Zu dieser Zeit luden wir alle Mitglieder des Martin Klubs nach Deutschland ein, um einerseits nach Jahren ohne einen Tag Urlaub „mal was anderes“ zu sehen, sich ein wenig vom Alltag zu erholen, aber auch um Vergleichbares in Deutschland kennen zu lernen, Anstöße für Ihre Arbeit zu erhalten und Visionen für die Zukunft des MKs zu entwickeln.  

Neben dem Bekanntmachen mit sozialen Geschäften und Vereinen in Berlin, Potsdam und Osnabrück, berieten wir sie in strategischen und organisatorischen Fragen, organisierten Workshops zur Arbeit an der Traumabewältigung – letzteres ein großes Thema durch Krieg und Flucht. 

Diese Anstöße spielten eine große Rolle, als in den Folgejahren erst Bäckerei und Nähstube, später das soziale Café gestartet wurden. Einerseits, um die sehr arbeitsintensive und unsichere Abhängigkeit von projektbezogenen Fördergeldern zu überwinden. Andererseits, um Arbeitsstellen zur Reintegration in eigener Hand aufzubauen.  

Inzwischen ist der MK eine ukraineweit angesehene und beispielgebende Organisation, die von anderen Organisationen konsultiert wird, um die eigene soziale Arbeit daran auszurichten. Durch diese sozialen Vereine im Verbund bekommen Kinder und bedürftige Familien sogar eine Stimme gegenüber politisch Verantwortlichen. 

Stollenzubereitung in der Bäckerei (2020)

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 2: Projekte/Ausrichtung zu Beginn

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 2: Projekte/Ausrichtung zu Beginn

Projekte/Ausrichtung zu Beginn

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In den Gründungsjahren konzentrierte sich Julenka auf die Finanzierung von kleinen Projekten – mit dem „Aktiven Nachmittag“ wurden gemeinsame Ausflüge für die Kinder des Kinderdorfes finanziert, es wurde ein Erzieher zur pädagogischen Förderung bezahlt, Reparaturen an „Kleine Mama“ und am Haupthaus durchgeführt.  

Wir begannen einen regelmäßigen Austausch per Email, Messenger, Telefon und kleinen Webkonferenzen – als Verein, aber auch auf persönlicher, freundschaftlicher Ebene. Von Anbeginn an waren auch jedes Jahr Mitglieder von Julenka beim Martin-Klub zu Besuch – um mit anzupacken, um Verbundenheit auszudrücken und um neue Ideen einzubringen. Seit einem von Erikas Besuchen bäckt man in der Ukraine sogar Stollen.

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 1: Gründungsgeschichte

10 Jahre Julenka e.V. – Teil 1: Gründungsgeschichte

Gründungsgeschichte 

Hanna machte den Anfang mit einem freiwilligen halben Jahr, Hagen wurde über einen gemeinsamen Lehrer für eine Jobauszeit an den Martin-Klub vermittelt, Matthias wiederum lernte Hagen und so den MK während seines Studiums in Donezk kennen. 

Matthias, Hagen und Hanna (2011)

Die Vorgeschichte begann 2009/2010 – drei Mitzwanziger aus verschiedenen Städten führte es in die Ost-Ukraine nach Makeevka im Donbass. Wir kannten uns vorher nicht, wurden aber vom Interesse an Osteuropa, dem Wunsch zu helfen und einer gewissen Abenteuerlust beim Martin-Klub (MK) zusammengebracht.  

Wir fanden im „Kinderdorf“ des Martin-Klub einen Ort, an dem sich um Straßenkinder und um Kinder aus katastrophalem sozialen Umfeld liebevoll gekümmert, für deren sicheren legalen Status gekämpft und denen mit Schulbesuch eine Zukunftsperspektive eröffnet wurde. In einem weiteren Haus „Kleine Mama“ fanden junge Mütter einen Anlaufpunkt, die sonst mit ihrem Säugling auf der Straße gelandet wären. Und dies wurde aufgebaut und gehalten vom persönlichen Engagement einer handvoll Mitarbeiter:innen.

Wieder zurück in Deutschland waren wir noch elektrisiert von der aufopferungsvollen Arbeit des Martin-Klubs. Wir hatten aber auch verstanden, dass die Finanzierung des Martin-Klub alles andere als stabil war. Es gab einen privaten Hauptsponsor und Einkünfte aus wechselnden EU-Projekten.  

Wie konnten wir nun weiterhelfen, aus der Ferne, aus einem anderen Leben heraus? 

Junge Mütter mit Säugling und Junge (2010)
Hagen im „Kinderdorf“ beim Martin-Klub (2009)

Die Idee zu Julenka als gemeinnützigem Verein wurde schließlich 2011 in einer Berliner Kneipe konkret. Zu diesem Zeitpunkt hatte das „Virus“ Martin-Klub hatte schon andere angesteckt: Hagens Mutter Erika und Martina hatten ihren ersten Besuch in Makeevka absolviert und mit Christoph, Maria und André hatten wir genug willige Gründer beisammen – der Großteil ist bis jetzt aktiv erhalten geblieben. 

Der Name Julenka bedeutet „kleine Julia“ und wurde nach einem Mädchen benannt, das 2009 im Kinderdorf lebte. Sie hielt damals den Pulsschlag hoch: mit ihrer Umtriebigkeit – und einem HIV-positiv-Befund. Der Martin-Klub besorgte Papiere, fand eine Schule und Pflege-Eltern für sie, unterstützte sie bis zur Berufsausbildung. Ihr Schicksal charakterisiert die Idee von Julenka gut. 

Jahresbrief 2020

Unser Jahresbrief 2020 mit allen wichtigen Informationen über die Arbeit von Julenka e.V. und den Entwicklung vor Ort:

Jahresbrief 2020

Inhalt:
– Entwicklung des im Dezember 2019 eröffneten sozialen Café „Horizontal“
– Auswirkungen von Corona auf die Arbeit des Martin-Klubs
– Kulturelle Festivals und Ferienlager
– Anschaffung eines MiniVans
– Ausblick auf die Arbeit und nächsten Schwerpunkte des Vereins Julenka e.V.